2. Kammerkonzert der Festspielsaison
01.01.1970
Der Paganini der Oboe
„Der Ton und die Interpretation machen die Musik. Und da kann man nur sagen: Eins plus. Hartmann hat Oboenkonzerte nach Opernthemen des Sizilianers Antonio Pasculli entdeckt. Er spielt diese spritzig moussierende Musik auch mit Witz und Verve, mit spitzem, strahlendem Ton.“ (Manuel Brug in der „Welt“)
„Man muss schon ein wirklicher Virtuose sein, um den halsbrecherischen Anforderungen gerecht zu werden, die Pasculli seinem Solisten abverlangt. Christoph Hartmann, Oboist der Berliner Philharmoniker, ist es ohne Frage.“ (Stereoplay)
Christoph Hartmann ist eine Klasse für sich. Als Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker ist er auf dem Olymp der klassischen Musik beheimatet und spielt mit den berühmtesten Dirigenten und Solisten, als Kammermusiker hat Hartmann in den vergangenen Jahren mit handverlesenem Repertoire dafür gesorgt, dass die Oboe sich zum neuen Publikumsliebling entwickelte. Beim zweiten Kammerkonzert der Eutiner Festspiele 2010 gastiert dieser Weltklasse-Musiker am 22. Juli mit einem Programm, das ideal zu der Opern-Dramaturgie der diesjährigen Festspiele passt.
Im Mittelpunkt stehen virtuose Bearbeitungen von beliebten italienischen Opernmelodien. Zwei Potpourris aus Verdis „La Traviata“ bieten einen ausführlichen Vorgeschmack auf die Premiere, die zwei Tage nach diesem Kammerkonzert auf der Freilichtbühne stattfindet. Eine dieser Paraphrasen stammt vom „Paganini der Oboe“, von Antonio Pasculli (1842-1924), einem Oboisten aus Palermo, der die verdiente Wiederentdeckung und Würdigung vor allem seinem Berliner Kollegen Hartmann verdankt. Ein weiterer Leckerbissen für Opernfreunde ist die Bearbeitung der Ouvertüre zu Rossinis „Seidener Leiter“ für Oboe und Klavier. Abgerundet wird der Abend durch faszinierende Raritäten von Komponisten, die vor allem mit Werken für Klavier berühmt wurden: Schumanns drei Romanzen und Chopins Variationen über ein Thema aus Rossinis „Cenerentola“. Gegengewicht dazu sind Chopin-Bearbeitungen von Glasunow und Saint- Saëns.
Christoph Hartmann wurde in Landberg am Lech geboren. Er studierte in Augsburg bei Georg Fischer, bevor er an der Musikhochschule in München sein Studium fortsetzte und mit dem Meisterklassendiplom in den Fächern Oboe und Kammermusik abschloss. Hartmann errang Preise bei Wettbewerben in Toulon, Genf und Tokio. Nach einem ersten Engagement bei den Stuttgarter Philharmonikern kam er 1992 zu den Berliner Philharmonikern. Zudem unterrichtet er seither dort an der Herbert-von-Karajan-Akademie. Solistisch tritt Hartmann regelmäßig in Europa, Asien und Amerika auf. Seiner Liebe zur Kammermusik folgend, gründete er 1999 mit Orchesterkollegen das Festival „Landsberger Sommermusiken“, aus dem das im In- und Ausland konzertierende „Ensemble Berlin“ hervorging. Eine weitere Leidenschaft des Oboisten ist der Sport. Hartmann ist passionierter Marathonläufer und Rennradfahrer. Zusammen mit seinen Partnern des Berliner Fahrradladens „Bikeline“ entwickelte er eine eigene Fahrradmarke: Pasculli. Hier schließt sich der Kreis zur Musik, denn es waren Manuskripte des italienischen Oboenvirtuosen Antonio Pasculli, die Hartmann in einer italienischen Bibliothek aufstöberte und ihn veranlassten, der in Vergessenheit geratenen Musik wieder Gehör zu verschaffen. Die CD „Fantasia Italiana“ mit Opernparaphrasen von Antonio Pasculli, die 2007 als Welt-Ersteinspielung bei EMI erschien, wurde zum großen Erfolg bei Kritikern und Publikum. 2008 erschien Hartmanns zweite Solo-CD, „Bella Napoli“, die er mit seinen Kollegen vom „Ensemble Berlin“ eingespielt hat.
Christoph Hartmann spielt eine Oboe der Firma Roland Dupin.
Angela Gassenhuber wurde in München geboren, sie studierte dort und am Royal Northern College of Music Manchester. Meisterkurse für Lied- und Instrumentalbegleitung unter anderem bei Helmut Deutsch und Enrica Cavallo. Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und des Deutschen Musikrates. Auftritte als Orchesterpianistin mit namhaften Berliner Orchestern sowie Konzerte im In- und Ausland mit Karl Leister, Alban Gerhardt und Peter Lukas Graf, dem Klaviertrio Berlin sowie mit Kammermusikensembles aus Orchestern des MDR und des Gewandhauses Leipzig, der Münchner Philharmoniker, der Berliner Philharmoniker und des Konzerthausorchesters Berlin. Lehrauftrag als Klavierbegleiterin an der Hochschule für Musik und Theater München und seitdem Korrepetitorin bei internationalen Wettbewerben und Meisterkursen, unter anderem bei Brigitte Fassbender, Uzi Wiesel und Peter Lukas Graf. Seit 1995 ist Angela Gassenhuber Dozentin für Korrepetition an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.
2. Kammerkonzert
22. Juli, 19.30 Uhr, Rittersaal im Schloss Eutin
Gariboldi Mosaico sopra „La Traviata“ di Verdi per Oboe e Pianoforte op.70
Chopin / Saint-Saëns Nocturne Nr.16 für Oboe und Klavier
Rossini / Chopin Variationen für Oboe und Klavier
Schumann 3 Romanzen für Oboe und Klavier op.9
Rossini Ouvertüre zur Oper „La Scala si Seta“ für Oboe und Klavier
Chopin / Glasunow Etude op.10 Nr.6 für Oboe und Klavier
Pasculli Simpatici Ricordi della „Traviata“ fantasticati per Oboe ed accompagnati di Pianoforte
Christoph Hartmann (Oboe)
Angela Gassenhuber (Klavier)
Das Kammerkonzert am 8. Juli entfällt.
Pressetexte zum Downloaden
- 2. Kammerkonzert Für Download registrieren
