Die Legende von der langen Nase

29.6.2010

Eutiner Festspiele präsentieren das Singspiel "Pinocchio"

Eutin - Wer lügt, dem wächst eine lange Nase: Die Holzmarionette Pinocchio in einer Szene der Verfilmung von Carlo Collodis Klassiker "Die Legende von Pinocchio" ist inzwischen Kult. Auf musikalische Weise nähert sich das Singspiel "Pinocchio" bei den Eutiner Festspielen diesem allzumenschlichen Typus. Am Sonntag feiert es in Eutin Premiere. Ein besonderes Ereignis für Jung und Alt versprechen die Organisatoren und Gloria Bruni (Komposition), Ursel Scheffler (Libretto) sowie Stephanie Grau (Regie).

Mit dem pragmatischen Blick eines erfahrenen Theatermannes will Josef Hussek die Eutiner Festspiele wieder auf eine solide Basis stellen. Nötig sei ein Paradigmenwechsel, ein Besinnen auf die Kernsubstanz, sagte Josef Hussek, der seit Mitte Juni Geschäftsführer der Festspiele ist - der siebente innerhalb von fünf Jahren. Das bedeute nicht, dass er die unter seinem Vorgänger Stephan Jöris und Intendant Daniel Kühnel begonnene Neuausrichtung umkehren wolle. "Aber unser Kern ist die Oper auf der Seebühne. Alle anderen Programmpunkte, wie Lesungen und Kammerkonzerte sind Zugaben, die sich selbst finanzieren müssen", sagte Hussek.

"Viele Probleme und Sorgen, die mir in Eutin begegnen, kenne ich aus meiner Zeit als Intendant der Wiener Kammeroper gut. Das Geld ist knapp, das technische Personal ist nicht das ganze Jahr über verfügbar, um nur zwei Beispiele zu nennen. Es gibt heute kaum noch künstlerische Entscheidungen, die nicht an die finanzielle Machbarkeit gekoppelt sind", sagte Hussek. Der 60-Jährige war zuvor unter anderem Operndirektor der Hamburgischen Staatsoper, Künstlerischer Betriebsdirektor der Salzburger Festspiele und Intendant der Wiener Kammeroper.

Die Festspiele, 1951 zum Andenken an den in Eutin geborenen Komponisten Carl Maria von Weber gegründet, waren 2008 durch Managementfehler und rückläufige Zuschauerzahlen in finanzielle Schieflage geraten.
 

Die Welt, 29.06.2010

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